Herzlich Willkommen im Eiweißpflanzenblog der KWS

Hier finden Sie gebündelt Anbauinformationen zu heimischen Eiweißpflanzen. Die Beiträge sollen dem praktischen Landwirt als Hilfestellung dienen. Sie sind eingeladen mit uns in Kontakt zu treten und am Wissensaustausch teilzunehmen. Gerne dürfen auch bis jetzt unbeantwortete Fragen zum Thema gestellt werden. Es gibt dabei keine Unterschiede in der Bewirtschaftungsform der Betriebe. Wir freuen uns auf Ihr Feedback!

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Welche Körnerleguminose passt zu meinem Standort?

Standorteigenschaften von Körnerleguminosen (Quelle. KTBL-Heft 100; S. 25)

Standorteigenschaften von Körnerleguminosen (Quelle: KTBL-Heft 100; S.25)

 

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Aussaat

Aussaat:

Die Ackerbohne kann ab Februar aus gesät werden. Sie verträgt Fröste bis zu -5 °C idealerweise sollten die Ackerbohnen mit Einzelsaattechnik ausgebracht werden. Wem solch eine Technik nicht zur Verfügung steht, kann die Saat auch mit der herkömmlichen Getreide – Technik auf das Feld bringen.

Damit die Ackerbohnen die gewünschte Standfestigkeit erreichen und ausreichend Wasser aus dem Erdreich ziehen können, sollten diese bei 6 cm tiefe abgelegt werden.

Auf leichteren Böden kann das Saatgut bei 10 cm und bei schweren Böden bei 8 cm Tiefe abgelegt werden. Bei einem reihenabstand von 10-45 cm können Sie mit 35-45 Pflanzen/m² rechnen (je TKG 160kg-300kg/ha).

Quelle: LWK NRW
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Fruchtfolge

Neben den Standortansprüchen und der richtigen Bodenbearbeitung kommt es natürlich auch auf die geeignete Fruchtfolge an.

Fruchtfolge:
Zu den ungeeigneten Vorfrüchten gehören z. B. Kleegras, Körnerleguminosen, Zwischenfruchtmischungen mit Wicken. Geeignete Vorfrüchte sind dagegen Getreide, Mais, Hackfrüchte sowie Gräser. Die Anbaupausen sollten zwischen 5-6 Jahren sein, denn sonst könnten verstärkt Fußkrankheiten, Leguminosenmüdigkeit sowie Selbstunverträglichkeit auftreten.

(Quelle: LWK, NRW)
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Standortansprüche & Bodenbearbeitung

Um einen möglichst optimalen Aufwuchs von Ackerbohnen zu erzielen, muss ein möglichst optimaler Standort gewählt werden. Dazu sind einige Faktoren zu beachten.

Standortansprüche:
Eine Bohne benötigt einen hohen Wassergehalt. Gute und schwere Böden sind ideal sowie mittelschwere, tiefgründige Böden mit hohem Wasserhaltevermögen bzw. leichtere Böden mit Grundwasserversorgung. Außerdem benötigen Ackerbohnen eine gute Kalkver-sorgung und einen pH-Wert von 6.

Bodenbearbeitung:
Vor der Aussaat empfiehlt sich eine normale Bodenbearbeitung wie zur Getreideaussaat durchzuführen. Nach Möglichkeit sollte der Boden keine verfestigten Bodenhorizonte, keine Verdichtungen wie Pflugsohlen besitzen. Daher sollte nicht zu früh bei schlechtem Wetter ausgesät werden (die Saat nicht in den Boden schmieren).

 (Quelle:LWK,NRW)
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Bodentest

Der Bodentest:

Ob ein Schlag geeignet ist oder ob eine Bodenmüdigkeit durch z. B.  Fußkrankheiten vorliegt, können Sie ganz einfach mit einem Bodentest überprüfen. Beispielsweise bei Erbsen ist es wichtig im Voraus zu wissen wie hoch der Schaddruck ist. Sie sind sehr empfindlich und reagieren oft bei zu hohem Krankheitsdruck mit Ertragsdepressionen.

Um den Test durchführen zu können, benötigen Sie folgende Dinge:
10 l feuchten Boden
4 Aluschalen
8 Töpfe (je 1 l mit Untersetzern)
40 gesunde Erbsensamen
eine Waage
einen Ofen.
Zusätzlich ist es wichtig ausreichend Zeit einzuplanen. Am besten Sie beginnen etwa drei Monate vor der Aussaat. Der Test läuft wie folgt ab:
Sie nehmen 10 Liter feuchten Boden vom gewünschten Schlag (repräsentative Bodenprobe, 10mm gesiebt). Die Hälfte des gut durchmischten Bodens füllen Sie in die vier Aluschalen und decken diese mit Alufolie ab.

20151125_Einfüllen_Aluschalen

Einfüllen des Bodens für die Hitzebeghandlung

20151125_Backofen

Hitzebehandlung des Bodens (Bilder: J. Fuchs, FiBL Schweiz)

Anschließen stellen Sie die Schalen für mindestens 12 Stunden bei 70-100 °C in den Ofen. Nun nehmen Sie sich die Töpfe zur Hand und beschriften vier mit einen K und vier mit einem H. Das K steht für Kontrolle und das H für hitzebehandelt. Nachdem Sie die Hitzebehandlung der Erde im Backofen durchgeführt haben, muss die Erde abkühlen. Die abgekühlte Erde kommt in die vier Töpfe mit dem H. Die vier Töpfe mit K werden mit der unbehandelten Erde gefüllt. Geben Sie in jeden der acht Töpfe 5 Erbsen- oder Ackerbohnensamen.

20151125_Einlegen_Erbsen_Topf

Aussaat der Erbsen (Bild: J. Fuchs, FiBL Schweiz)

Die Töpfe sollten bei mindestens 18 °C, geschützt, mit ausreichender Feuchtigkeit und  Tageslicht oder einer Pflanzenbeleuchtung versorgt sein. Während der Wachstumsphase sollte die Erde in den Töpfen stets feucht gehalten, jedoch Staunässe vermieden werden.

Nach sechs Wochen können Sie den Test auswerten. Falls die gekeimten Pflanzen der Kontrollvariante deutliche Krankheitssymtome zeigen, können Sie natürlich die Auswertung früher beginnen.

Dazu schneiden Sie die Sprosse zwei Zentimeter über der Erde ab und wiegen diese, so dass sie das Frischmassegewicht der einzelnen Töpfe berechnen können.

Die Aussage des Tests:

Gewicht der Pflanzen im unbehandelten Boden > 80% des Gewichtes im hitzebehandelten Boden Kaum biologische Bodenmüdigkeit zu befürchten
Gewicht der Pflanzen im unbehandelten Boden zwischen 20 und 80% des Gewichtes im hitzebehandelten Boden Bei schlechter Witterung ist eine biologische Bodenmüdigkeit zu befürchten
Gewicht der Pflanzen im unbehandelten Boden < 20% des Gewichtes im hitzebehandelten Boden Unabhängig von den Wetterbedingungen ist mit starken Bodenmüdigkeitssymtomen zu rechen
(Quelle: Körnerleguminosen und Bodenfruchtbarkeit – Strategien für einen erfolgreichen Anbau, Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung)
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Erntetipps auf einen Blick!

Erntetipps für Ackerbohnen auf einen Blick:

  • Druschreife bei einer Kornfeuchte zwischen 24-15%
  • Idealer Druschzeitpunkt bei einer Feuchte von 17 bis 18 %
    (niedrigere Feuchtigkeitswerte erhöht die Gefahr von Bruchkorn)
  • Absenken der Trommeldreschzahl (Minderung von Kornverletzung und Bruchkorn)
  • Dreschkorb weit einstellen
  • Lagerung bei einer Feuchte von nur 15 %
Quelle: Land und Forst; Nr. 32/2015; S. 28
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Rückblick Öko-Eiweißpflanzenfeldtag in Wiebrechtshausen

Zusammen mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und der Naturland Fachberatung fand der diesjährige Öko-Eiweißpflanzenfeldtag am 01. Juli 2015 in Wiebrechtshausen statt.

Das Programm drehte sich rund um den heimischen Eiweißpflanzenanbau. Der Feldtag begann mit einer Feldbegehung, bei der Anbauversuche der Universität Göttingen (Beikrautregulierung beim Anbau von Ackerbohnen), die Landessortenversuche, die Leistungsprüfung neuer Stämme sowie der Anbau von Körnerleguminosen im Gemenge vorgestellt wurden.

Ebenso gab es einen Beitrag zu den neusten Ergebnissen aus der Forschung zum Öko-Erbsenanbau.

Pressestimmen zum Feldtag

 

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Blühende Erbsen im Versuchsfeld

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Was ist vor der Aussaat zu bedenken? Das sagt der Praktiker

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Axel Altenweger

Axel Altenweger bewirtschaftet bereits seit 12 Jahren das Klostergut Wiebrechtshausen in Niedersachsen nach ökologischen Richtlinien (Naturland). Zwischen Harzvorland und Leinetal haben sich ganz unterschiedliche Ackerbaustandorte gebildet. In den Tallagen sind es milde Lehmböden, tiefgründig und eben. Ein Teil der Ackerflächen liegt aber auch an Waldrändern und in Hanglagen. Die Böden sind dort meist sehr flachgründig und reich an Kalkstein.

Ellen Mühlhausen: Welche Standorte ziehen Sie für den Anbau von Eiweißpflanzen (Marktfrucht) vor?
Axel Altenweger: Meine Hackfrüchte, Kartoffeln und Möhren, führe ich recht intensiv. Legume Zwischenfrüchte, z.B. Wickroggen oder Ackerbohnen mit Sonnenblumen, stehen vor jeder Sommerung. Deshalb sind mir dort weitere Leguminosen zu kritisch. In der Mähdrusch-Fruchtfolge, also meist auf den flachgründigen Stücken, baue ich nur Leguminosen-freie Zwischenfruchtmischungen an, z.B. Senf mit Ölrettich. Dort stehen Körnererbsen und Ackerbohnen dann als Hauptfrucht.

EM: Wie bereiten Sie den Boden für die Aussaat von z.B. Körnererbsen oder Ackerbohnen vor?
AA: Nach Möglichkeit pfluglos, gerade Erbsen brauchen ein sehr glattes Saatbett – wichtig für den Einsatz des Striegels und die Aussaat der Stützfrucht. Aber vor allem für eine einfachere Ernte der oftmals flach am Boden liegenden Erbsen. Der Pflug kann Furchen und Unebenheiten verursachen. Im Frühling wird zweimal gegrubbert, gerne warte ich auch die erste Unkrautwelle ab. Die Erbsen werden dann mit der Kreiselegge-Säkombination gesät. Fünf bis acht Tage später säen wir dann die Stützfrucht, meist Sommergerste. Vor Ackerbohnen pflügen wir eine Herbstfurche. Wenn der Boden im Frühling abgetrocknet ist, wird geeggt und dann auch mit der Kreiselegge-Säkombination gesät. Dabei ist es wichtig, ständig die Ablagetiefe zu kontrollieren – das ist bei unseren Rollscharen gar nicht so einfach. Ideal wäre, z.B. die Aussaat mit einer Grubber-Sämaschine oder einer Sämaschine mit hohem Schardruck.

Unkrautregulation vor der Aussaat

Ideale Bedingungen für eine Unkrautkontrolle vor der Aussaat.

EM: Wo nach richten Sie Ihren Aussaattermin für Körnererbsen bzw. Ackerbohnen?
AA: Ackerbohnen werden so früh wie möglich ausgesät. Wichtig ist, dass der Boden gut befahrbar und weitgehend abgetrocknet ist. Die Erbsen müssen auf jeden Fall in den warmen Boden gesät werden, so etwa Mitte April, zeitlich zwischen Sommergerste und Mais. Dann ist auch meist die erste Welle an Unkräutern aufgelaufen und kann dann mit der Saatbettbereitung gut bekämpft werden.

EM: An welcher Position Ihrer Fruchtfolge bauen Sie Eiweißpflanzen an, bzw. welche Vorfrüchte bauen Sie vor Eiweißpflanzen an?
AA: Meist nach Kleegras und zweijährigem Getreideanbau. Grundsätzlich aber nach einer dicken, gut abfrierenden Zwischenfrucht. Zum Teil stehen die Eiweißpflanzen am Ende der Rotation, oder vor dem Kleegras kommt noch einmal eine Getreidehauptfrucht – es kommt immer drauf an.

EM: Welche Wachstumsphase ist am kritischsten im Körnererbsen-/ bzw. Ackerbohnenanbau?
AA: Besonders knifflig ist im Erbsenanbau die Zeit vom Auflaufen bis zum vollständigen Verranken der Pflanzen – die Unkrautkontrolle darf nicht aus dem Auge gelassen werden.

Was interessiert Sie? Welche Fragen haben Sie an Herrn Altenweger? Wir freuen uns auf Ihr Feedback!

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Wurzelaufbau der Ackerbohne

Wurzelatlas, DLG-Verlag, Seite 304

Wurzelatlas, DLG-Verlag, Seite 304

Ackerbohne
Vicia faba

Die Ackerbohne ist eine Polwurzelpflanze, die Seitenwurzeln (bis in 3. und  4. Ordnung) sind oft büschelförmig verzweigt. Kugelförmige und ovale Knöllchenbakterien besiedeln die Wurzeln dicht gedrängt. Auf grundwasserfernen Standorten kann die Zahl der Knöllchenbakterien erhöht  sein.
Je nach Standort variiert die Wuzeltiefe der Ackerbohne sehr stark. Es wurden Pflanzen zwischen 90 und 225 cm Wurzellänge gefunden. Im Allgemeinen endet die Durchwurzelung aber bei 100 cm.

Im Vergleich zur Durchwurzelungstiefe hat die Ackerbohne einen hohen Sproß (50 – 120 cm). Zum Teil wird die Versorgung der Pflanzen dann von stark verzweigten Seitenwurzeln übernommen.  Die Ackerbohne erreicht eine Gesamtwurzellänge von 2 km.

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